Deshalb unterstützt Prof. Ulrich Rüdiger 83 …

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Die Hochschulen von Konstanz sind auch Orte, an denen viele Kulturen zusammenfinden. Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz sieht es als Aufgabe der Uni an, Verantwortung zu übernehmen. Lesen Sie, weshalb Professor Rüdiger 83 unterstützt und welche anderen Projekte aktuell im Hochschulkontext laufen.

Warum unterstützen Sie das Integrationsprojekt 83?
Als Universität ist es uns wichtig, gesellschaftliche Verantwortung in der aktuellen Flüchtlingssituation zu übernehmen. Wir wollen Flüchtlingen nicht nur in ihrer akuten Lebenssituation helfen, wir wollen ihnen vor allem Perspektiven geben. Die Universität Konstanz ist eine Universität der offenen Türen – diese offenen Türen wollen wir den Menschen auf der Flucht signalisieren. Welches passendere Zeichen für offene Türen könnte es geben, als Flüchtlingen Türen zu Wohnraum zu öffnen? Die Kampagne „83“ ist somit im selben Maße eine lebenspraktische Unterstützung wie auch ein Willkommenszeichen.

Inwiefern haben Sie bereits Aktivitäten an der Universität initiiert/ermöglicht, um Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland zu ermöglichen?
Die Universität Konstanz hat gemeinsam mit der HTWG und Konstanzer Ausbildungseinrichtungen – darunter die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer – ein Gesamtkonzept zur Unterstützung bildungsinteressierter Flüchtlinge entwickelt und beim Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg zur Förderung eingereicht. Kernelement ist eine individuelle Beratung der Flüchtlinge zu Ausbildungsmöglichkeiten und Bildungsperspektiven. Indem sich die kooperierenden Einrichtungen zusammentun, können für jeden Flüchtling passgenaue Bildungsmöglichkeiten ermittelt werden, die auf dem jeweiligen persönlichen Bildungshintergrund aufbauen.

Darüber hinaus bietet die Universität Konstanz allen Flüchtlingen einen kostenfreien Zugang zu einer großen Spanne an Bildungsangeboten: Sprachkurse, Nutzung der Bibliothek und des Internets, Lernangebote und vieles mehr – bis hin zur Ermöglichung eines Studiums im Asyl. Besonders zu betonen ist das studentische Engagement für Flüchtlinge. Stellvertretend für die vielseitigen studentischen Initiativen möchte ich das Projekt b-welcome nennen, das Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland unterstützt. b-welcome wurde jüngst im Herbst 2015 mit dem Preis des Universitätsrates ausgezeichnet.

Was würden Sie sich wünschen, dass das Projekt 83 in Konstanz bewegt?
Zunächst einmal ist natürlich zu wünschen, dass möglichst viele Flüchtlinge durch das Projekt eine Unterkunft finden und dass die Zahl 83 im Projekttitel keineswegs ein Limit darstellt, sondern nach oben hin offen ist und als Zielmarke vielleicht sogar überschritten werden kann. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass durch das Projekt möglichst viele Konstanzer zu einem Engagement für Flüchtlinge angeregt und ermutigt werden. Das Projekt 83 soll eine Signalwirkung für die Konstanzer Bevölkerung haben.

Was benötigen Ihrer Meinung nach Konstanzer und Flüchtlinge am dringendsten, damit Integration gelingt?
Damit Integration gelingt benötigen wir Berührungspunkte. Das Projekt 83 setzt hierfür an der richtigen Stelle an: Flüchtlinge sollen nicht in externen Unterkünften von der Konstanzer Bevölkerung separiert werden, sondern mitten in die Gesellschaft geführt werden. Das Projekt 83 schafft somit Berührungspunkte zwischen Konstanzern und Flüchtlingen und ermöglicht ein Kennenlernen aus erster Hand.

Welche Erfahrung haben Sie im Kontakt zu Flüchtlingen gemacht?
Positive. In den Flüchtlingen habe ich Menschen getroffen, die sehr daran interessiert sind, in unsere Gesellschaft zu finden, und die Geschichten zu erzählen haben, die uns alle angehen. Diesen Menschen müssen wir eine offene Hand reichen.

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